Wir wollen Antworten

Alle wollen Antworten, aber niemand stellt scheinbar mehr die richtigen Fragen.

Jeden Tag wird die Welt ein wenig kleiner. Jeden Tag rücken Milliarden von Informationen auf uns zu und durch uns durch. Die Informationsflut und Dichte ist so gewaltig möchte man meinen, dass eigentlich alles beantwortet werden könnte. 

Die Welt ist schon lange zum Dorf geworden. Das Wissen bündelt sich in Apps wie Wikipedia oder die Nachrichten und Meinungen in Diensten wie Twitter oder jedem anderen x-beliebigen Netzwerk. 

Trotzdem gibt es immer weniger Antworten.

Alle Fragen sehnen sich nach Antworten, doch scheinbar wird immer häufiger die Antwort nicht gefunden.

Das Gefühl, der Hälfte der Menschheit in den Kopf schauen zu können, wenn man nur ein wenig recherchiert und den Schwall der #hashtags durchforstet, ist eine Vision, der schon viele Futuristen erlegen waren.

Könnte man doch alle Menschen nach ihrer Meinung fragen.

Könnte man doch alle Fragen in Echtzeit und mit allen Menschen in Gleichheit zu jeder Zeit diskutieren oder abstimmen.

Könnte, hätte, sollte… 

Der Traum von der besseren Welt, die alle einbezieht und alle fordert an den Entscheidungen für diese eine, unsere Erde, mitzuwirken und zu treffen basiert auf Vernunft und Hoffnung.

Wir wollen nicht diktiert bekommen. Wir wollen nicht geführt werden. Wir wollen das richtige tun und mit freiem Willen.

Leider scheint das nicht zu gelingen.

Leider findet man keine Antworten, wenn man zu viele fragt.

Die Masse ist die Klasse, die immer versagt.

Es ist eine Erfahrung, die jede Partei und jeder Verein oder auch jede Gruppe von anfangs zwei Personen schon immer gemacht hat: wer wächst, der scheitert irgendwann.

Alle Fragen sind nur Konstrukte auf Zeit, die solange sie auf der Suche nach Antworten sind, hilfreich scheinen.

Irgendwann muss entschieden und gehandelt werden. Auch die Frage nach dem richtigem Zeitpunkt dafür will beantwortet sein. Wie heißt die Gruppe der Menschen, die sich um diese Fragen kümmert?

Wer entscheidet was?

Schnell ist man dann wieder bei einer ganz seltsamen und einsamen Position.

Dem einen.

Der die das Eine, der entscheidet.

Und das ist in Zweifelsfall wieder jemand, der sich frei machen muss von allem, was er da draußen hört, liest und recherchieren könnte.

Der eine Mensch, der am Ende eine Entscheidung für viele trifft und damit eine Antwort gibt, ist derjenige den wir dann gerade nicht erreichen, weil er sich frei machen muss von all dem Rauschen da draußen.

Tür zu und ab ins Richterzimmer.

Er muss es kennen, er muss es erleben, er muss sich beraten, aber am Ende setzt er ganz alleine seine Unterschrift unter dem Vertrag und entscheidet damit über das Rauschen da draußen.

Wir suchen also immer nach den Spitzen von Pyramiden und müssen uns nur diese genauer anschauen.

Sei es ein Cäsar, der sich vor die Tore Roms stellte, ein Helmut Kohl, ein Obama oder Trump, eine Merkel oder ein Schröder, ein Erdogan oder Putin, ein Ackermann oder Winterkorn, nur um hier völlig wild einen Reigen zu ziehen.

Letztlich haben diese Menschen Antworten gegeben, ohne sich der Meinung anderer zu beugen. 

Am Ende hängt es immer an dem einen da ganz oben eine Entscheidung zu treffen. 

Und auch wenn sich dieser Mensch einsam fühlt und gerne eine weise Entscheidung zum Wohle aller treffen wollen würde, letztlich bleibt es am dem Einen diese Entscheidung zu treffen.

Ob er als Tyrann, Diktator, Diplomat, Messias oder Prophet in der Geschichte endet, entscheidet nur die Geschichte allein.

Aber ohne Entscheidungen gäbe es keine Geschichte, und die Fragen und Antworten markieren die Daten, die wir uns später merken werden.